1052 werden die Herren von Hamm erstmals urkundlich genannt. Ihre Burg war Lehen der Grafen von Vianden. Sie ist eine der größten noch bewohnten Eifelburgen und liegt eindrucksvoll auf einem schmalen, langgestreckten Hügelrücken, der auf drei Seiten von der Prüm umflossen wird. Die erhaltene Bausubstanz stammt heute größtenteils aus dem Spätmittelalter. 1885/96 und nach einer Teilzerstörung im Zweiten Weltkrieg fanden umfassende Restaurierungen statt.

Die Burgkapelle wurde anstelle eines Vorgängerbaus im Jahre 1700 errichtet. Der zweigeschossige Bau springt mit seiner Apsis um etwa 8 Meter aus der südlichen Wand des Palas vor. Barock gestaltete Fenstergewände gliedern in beiden Geschossen das Äußere.
Durch das rundbogig schließende Portal, das auf seinem Scheitelstein die Datierung zeigt, betritt man das kreuzgratgewölbte Schiff. Es verjüngt sich zu dem halbrund endenden Chor hin, der eine Tonne mit Stichkappen trägt. Eine Holzverkleidung aus der Mitte des 18. Jahrhunderts ziert ihre Wände. Der Holzaltar aus dem Jahr 1682 zeigt über einem von gedrehten Säulen flankierten Tabernakel ein Kreuz mit den Passionswerkzeugen. Seitlich trägt er zwei Heiligenfiguren des 18. Jahrhunderts. Sein Antependium besteht aus einer geprägten Ledertapete.

1929 gelangten aus Schloß Bürresheim bei Mayen drei Renaissance-Grabdenkmäler hierher, die ursprünglich in der Abteikirche von Maria Laach aufgestellt waren. Die beiden älteren Denkmäler sind Georg von der Leyen (gestorben 1509) und seinem Sohn Werner von der Leyen (gestorben 1512) gewidmet. Die beiden Edelleute stehen im Harnisch in Nischen. Meisterzeichen weisen die hochrangigen Arbeiten als Werke der in Köln tätigen Gebrüder Abel aus Ahrweiler aus.

Noch unbekannt ist der Künstler des dritten Epitaphs, das wie die beiden anderen aus Tuff gearbeitet ist. Es ist Georg von der Leyen, der 1553 starb und ein Enkel des oben genannten Georg war, sowie seiner Gattin Anna Beyrin von Boppard (gestorben 1548) gewidmet. Das prächtig gekleidete Ehepaar steht unter zwei mit Ornamenten verzierten Bögen auf Konsolen, zwischen denen eine Leiste ihrer Ahnenwappen angebracht ist. Stilistisch steht dieses Grabdenkmal, das sich durch eine sehr feine und naturalistische Behandlung auch der Details auszeichnet, in direkter Nachfolge der Werstatt, die 1542 das kunsthistorisch so bedeutende Grabmal des Erzbischofs Johann von Metzenhausen im Trierer Dom geschaffen hatte.

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