Für das 1200 urkundlich genannte Dorf ist zuerst 1570 eine Kapelle überliefert. Diesem Bau gehört der erhaltene mittelalterliche Chor an. Das Schiff ist wohl spätgotisch, die Datierung „1746“ in seinem Portalsturz bezeichnet dann einen barocken Umbau. Der in seinen Höhen gestaffelte Bau –Chor und Sakristei sind niedriger- gipfelt in einem Dachreiter am östlichen Ende des Schiffs. In seine Außenwände sind frühbarocke Reliefs der Sieben Fußfälle eingemauert. Zusammen mit zwei mächtigen alten Linden und durch ihre erhöhte Lage im Ortskern bildet die Kirche ein reizvolles Ensemble.

Der fast quadratische, im Kern eventuell noch romanische Chor war vielleicht ursprünglich das Untergeschoß eines Chorturmes. Er schließt gerade und wird von einem spätgotischen Kreuzrippengewölbe auf Rundpfeilern überspannt. Seine Fensteröffnungen wurden später denen des Schiffes angeglichen. Auch dieser Saalbau wird nur von zwei Rundbogenfenstern belichtet, ihn wölbt eine flache Tonne. Das hölzerne Altarretabel aus dem Jahr 1740 birgt Standbilder der Kirchenpatrone und leuchtertragende Engel. Es wurde, wie die ganze Kirche, 1987/89 restauriert. Dabei wurde auch die Raumfassung aus der Zeit der [vor]letzten (Anm. d. Red.) Jahrhundertwende wiederhergestellt. Die Ausmalung zeigt Ranken in den Gewölben, Schmuckbordüren und gemalte Baldachine; der Sockelbereich des Chors ist mit Mettlacher Zierfliesen bekleidet.

Einsiedelei

1923 ließ Jakob Leisen –er lebte seit 1906 in den Wäldern bei Wiersdorf- auf einem steil zum Waldrand ansteigenden Wiesenhang westlich der Prüm die schlichte, rechteckige Kapelle mit Dachreiter bauen. An sie stößt unter gleichem Dach die Klause an. Der kleine Kapellenraum enthält ein barockes Altarretabel aus Sandstein vom Anfang des 18. Jahrhunderts, das vorher als Seitenaltar der alten Biersdorfer Pfarrkirche diente. Es enthält heute Figuren einer Immaculata und des Hl. Michael.

1927 wurde unterhalb der Kapelle eine Lourdes-Grotte angelegt, 1929/30 die Mariensäule aus rotem Sandsteinquadern errichtet. Ihre Figur stammt aus der Firma Karl Walter, Trier. Vierzehn qualitätvolle Kreuzwegstationen schuf der Bildhauer Franz-Josef Leisen aus Wißmannsdorf 1931 aus grauem Sandstein. Bei der Restaurierung 1992 wurden die neuen Fenster mit marianischen Symbolen, Arbeiten von Heidemarie Scheuer, Trier, eingesetzt.

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